22.09.2015 Lassen Sie sich nicht reizen!

Lassen Sie sich nicht reizen!

7 Uhr. Der Handywecker läutet Sie aus den Träumen. Mit halboffenen Augen aktivieren Sie die Schlummerfunktion. Nur noch ein paar Minuten! 7 Uhr 15 – jetzt müssen Sie aber wirklich raus. Aber davor noch schnell E-Mails checken. Und einen kurzen Blick aufs Wetter. Während Sie Zähne putzen, hören Sie Nachrichten und aktivieren die Kaffeemaschine. Und vielleicht läuft ja auch etwas Interessantes im Fernsehen.... So oder so ähnlich sehen die ersten fünf Minuten des Tages für viele Menschen aus. Akustische und visuelle Reize, Gerüche,  Geschmäcker und Informationen aller Art konkurrieren um Aufmerksamkeit. Und das ist erst der Anfang.

 

Wenn es dem Gehirn zu viel wird

Reizüberflutung bezeichnet einen Zustand der Überforderung des Gehirns. Es kann die Reize, die es über die Sinne aufnimmt, nicht mehr verarbeiten und reagiert, indem es den Körper in eine Art Stresszustand versetzt. Das kann zu Symptomen wie Erschöpfung, Aggressivität und körperlichen Schmerzen führen und sich langfristig negativ auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirken. Auslöser können die unterschiedlichsten Sinnesreize sein, wie zum Beispiel bohrender Lärm, Menschenmengen, blinkende Handydisplays und Fernseher oder mehrere unterschiedliche Gerüche. Meistens ist es die Kombination mehrerer solcher Quellen, die das Gehirn überfordert. Wann es zu viel wird, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

 

Jeder reagiert anders auf ein Zuviel an Reizen

Während es dem einen nichts auszumachen scheint, unter vielen Menschen zu sein und gleichzeitig Internet zu surfen, Radio zu hören und zu telefonieren, so erschöpft es den anderen bereits, wenn der Fernseher zu laut eingeschalten ist. Besonders sensibel reagieren Autisten, die ihre Umwelt um ein Vielfaches intensiver wahrnehmen als andere und deshalb oft zurückgezogen leben, Menschen mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/hyperaktivitätsstörung) und Schizophrenie sowie hochsensible Menschen, die Sinneseindrücke anders aufnehmen und verarbeiten, sodass allein das Ticken des Uhrzeigers Schmerzen hervorrufen kann.

Andere berichten davon, elektromagnetische Strahlung wahrnehmen zu können und darauf mit Beschwerden wie Übelkeit oder Erschöpfung zu reagieren. Diese so genannte „Elektrosensibilität“ ist zwar wissenschaftlich nicht beweisen, aber dass elektromagnetische Strahlen existieren, ist ein Fakt. Sie sind sogar messbar.

 

4 Strategien gegen die Reizüberflutung

Im Alltag ist es fast unmöglich, sich allen Reizen zu entziehen. Aber Sie können sie ganz gezielt reduzieren – durch einfache Strategien:

  1. Machen Sie sich die Quellen bewusst: Wenn Sie ganz bewusst durch den Alltag gehen, werden Sie schnell feststellen, wann Sie sich durch Reize überfordert fühlen. Die Quellen sind dann einfach zu identifizieren. Versuchen Sie, diese gezielt zu vermeiden – egal, ob es der Fernseher am Morgen ist oder die Menschen am Samstagnachmittag im Shopping-Center.

  2. Seien Sie ruhig mal nicht erreichbar: Das Handy abzuschalten ist für viele nicht einfach. Aber Blinken, Klingeln und Piepsen fordern stetig Ihre Aufmerksamkeit und versetzen Ihr Gehirn in eine Art Bereitschaftsdienst. Schon einige Stunden Handypause können sehr entspannend sein. Wenn Sie es nicht übers Herz bringen, den Off-Knopf zu drücken, dann deaktivieren Sie zumindest Funktionen wie Push-Benachrichtigungen oder das automatische Abrufen von E-Mails.

  3. Tun Sie etwas gegen Elektrosmog-Quellen: Wer sensibel auf elektromagnetische Strahlung zu reagieren scheint, sollte versuchen, Elektrosmog-Quellen unschädlich zu machen – sei es durch Abschirmung, Ausschalten oder den kompletten Verzicht. Weitere Möglichkeiten finden Sie unter dem Punkt „Kann ich die Auswirkungen von Elektrosmog reduzieren?“

  4. Entspannen Sie sich: Reizüberflutung bedeutet Stress für Körper und Psyche. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training oder Yoga und Meditation können Ihnen dabei helfen, auch im größten Trubel ruhig zu bleiben. Oder Sie machen einen Spaziergang im Grünen – und lassen Ihr Handy zu Hause.

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